Dienstag, Oktober 4, 2022
StartMagazinVogelzug der Störche

Vogelzug der Störche

Mit Beginn des Monats August spüren die Störche dass die Zeit des Aufbruchs gekommen ist. Im Umfeld des Nestes unternehmen die Jungstörche immer weitere Ausflüge. Gruppen von Jungstörchen treffen sich und mit diesen gehen sie wenig später auf den Vogelzug. Die Eltern machen sich ebenfalls, unabhängig von ihren Jungvögeln, auf den langen Flug nach Afrika. Sie haben bis zu ihrem Ziel eine beschwerliche mehr als 10.000 Kilometer lange Flugstrecke vor sich.

Störche können auf gar keinen Fall im aktiven und kräfteraubenden Ruderflug die gigantischen Entfernungen zwischen Afrika und Europa zurücklegen. Um Energie zu sparen nutzen sie geschickt die warmen Aufwinde und gleiten dahin. Nur über größeren Landflächen bilden sich Aufwinde in ausreichender Stärke. Diese Warmluftbewegungen entstehen, wenn der Erdboden durch die Sonne erwärmt wird und die Wärme wiederum an die bodennahe Luft abgegeben wird.

Während den insgesamt zwei bis vier Monaten des Vogelzuges legen Störche durchschnittlich 150 bis 300 Kilometer täglich zurück. Das ist eine überaus enorme Leistung.

Flugrouten der Störche

Aber nicht alle Störche benutzen die gleiche Flugroute. Sie sind über zwei Routen der sogenannten Westroute und der Ostroute unterwegs. Die Störche die auf der Westroute ziehen, fliegen über Belgien, Frankreich und Spanien. Einige von ihnen überwintern in Spanien, der Rest zieht weiter nach Afrika. Die Störche der Ostroute fliegen über Polen, Rumänien, Bulgarien, Türkei und Israel. Ihr Überwinterungsgebiet liegt in Afrika südlich unterhalb der Sahara.

Je nach Wetterlage kommen die Störche im Februar bereits wieder zurück, suchen “ihre” Nester auf und beginnen mit dem Brutgeschäft. Weißstörche halten nichts von Abwechslung. Sie nutzen alljährlich die gleiche Flugroute und beziehen mit Vorliebe das Nest des vergangenen Jahres. Erst am Ziel angekommen, treffen sie oftmals die Partner des Vorjahres wieder. Andere suchen sich neue Partner.

Sind beide Partner am Nest eingetroffen, legt das Weibchen zwischen zwei bis sieben Eier. Bereits nach drei Wochen Brutzeit schlüpfen die Jungen. Bis zum Abflug im Monat August haben sie Zeit aufzuwachsen, stark zu werden sowie das Fliegen zu erlernen. Bereits im ersten Lebensjahr müssen sie den anstrengenden Flug nach Afrika schaffen. Jeder der Jungvögel benötigt rund 1600 Gramm Nahrung am Tag. Fast 40 Mäuse müssen daher von dem jeweiligen Altvogel herangeschafft werden. Eine enorme Leistung!

Die Weißstörche gehören mittlerweile zu den Zugvögeln die am besten erforscht sind.

Viele Störche werden in der heutigen Zeit mit kleinen Sendern ausgestattet, damit ihre Flugrouten durch Ornithologen verfolgt werden können. Auf diese Art und Weise kann das Leben der Störche gut nachvollzogen werden.

Auch der NABU hat ein Projekt “Störche auf Reisen” ins Leben gerufen. Weißstörche erhielten Sender. Sie werden auf dem Rücken der Tiere befestigt und behindern diese nicht bei ihren Flügen. Auf Karten werden alle Signale der Sender dargestellt und zusätzlich in einem Tagebuch kommentiert. So kann die lange Reise der Störche nach Afrika und wieder nach Europa zurück, von jedem Storchenliebhaber im Internet verfolgt werden.

Feldgänse Steckbriefe

Meeresgänse Steckbriefe

Gänse beobachten auf Iher Flugroute gen Süden

Journal

Der Vogelzug der Wildgänse

Ganz anders als der zum Großteil unbemerkt verlaufende Kleinvogelzug verläuft der Zug der Wasservögel. Bevor man die größeren Vögel am Himmel sieht, hört man...

Nordsee – Vogelgrippe bei Seeschwalben breitet sich aus

Brütende Brandseeschalben auf der Vogelinsel Minsener Oog sowie Flußseeschwalben am Banter See in Wilhelmshaven haben sich mit dem hochansteckenden H5N1 Vogelgrippevirus infiziert. Weiterhin ist...

Tipps zur Vogelbeobachtung

Vogelbeobachtung oder auch Birding genannt wird als Freizeitbeschäftigung immer attraktiver. Wir haben daher Tipps für sie vorbereitet, die ihnen dabei helfen können, die Vogelwelt...
Dies könnte Sie auch interessieren

Aus der Vogelwelt

Meistgelesen

error: © 2022 www.birding-germany.de