Sonntag, März 3, 2024
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Vögel beobachten in Niedersachsen

Naturschutzgebiet Meerbruchswiesen

Das Naturschutzgebiet Meerbruchswiesen erstreckt sich über eine Fläche von 1020 Hektar und liegt in der Region Hannover in Niedersachsen. Es befindet sich westlich des Steinhuder Meeres und erstreckt sich über die niedersächsische Stadt Neustadt am Rübenberge sowie die Stadt Rehburg-Loccum im Landkreis Nienburg/Weser.

Ursprünglich handelte es sich bei den Meerbruchswiesen um eine weiträumige Feuchtniederung, die sich durch einen langen Verlandungsprozess des großen Flachsees entwickelt hatte, der seit der Eiszeit von West nach Ost stattfand. Im Laufe der Zeit wurden die ursprünglichen Erlenbruchwälder gerodet, und die Feuchtniederung wurde als Grünland genutzt.

Bevor ein Damm gebaut wurde, kam es durch die winterlichen Hochwässer des Steinhuder Meeres regelmäßig zu flachen Überflutungen der Niedermoorböden in den Meerbruchswiesen. Heute stehen die Meerbruchswiesen unter Naturschutz, um ihre einzigartige Feuchtbiotoplandschaft zu bewahren.Heutzutage prägt eine offene Kulturlandschaft die Meerbruchswiesen, wobei Frisch-, Feucht- und Nassgrünland unterschiedlicher Intensität der landwirtschaftlichen Nutzung dominieren. Besonders in den näher am Meer gelegenen Gebieten sind unberührte Stauden- und Gehölzbestände verteilt.

Die Meerbruchswiesen sind von herausragender Bedeutung als Brut- und Rastgebiet für gefährdete Vogelarten. Als westlicher Teil der Niederung sind sie Teil eines großen Feuchtgebietes von internationaler Wichtigkeit. Daher wurde das Gebiet als Naturschutzgebiet ausgewiesen und ist Teil des EU-Vogelschutzgebiets V42 „Steinhuder Meer“. Das Gebiet spielt eine wichtige Rolle als Verbindung zu benachbarten Schutzgebieten wie dem Dümmer See, der Diepholzer Moorniederung, der Wesertalaue bei Landesbergen und der Mittelweser. Es fungiert als Bindeglied und ermöglicht den Austausch von Lebensräumen und Arten zwischen diesen Schutzgebieten.

Was gibt es für Vögel zu beobachten ?

Für Vogelbeobachter und Fotografen sind die Meerbruchswiesen ein wahres Paradies, mit zwei Beobachtungshütten und einem Beobachtungsturm. Die Wiesen spielen eine bedeutende Rolle als Rast-, Überwinterungs- und Brutgebiet für zahlreiche Vogelarten, darunter auch seltene Arten,wie z.B. Bekassine, Blaukelchen, Fischadler, Flußseeschwalbe,Großer Brachvogel, Haubentaucher, Kampfläufer,Knäkente, Kornweihe, Kranich, Krickente oder Löffelente. .

Während des Vogelzuges im Herbst und Frühjahr sowie während der Überwinterungszeit bietet sich hier eine einmalige Gelegenheit, Fotos von seltenen Vogelarten zu machen. Besonders in den Flachwasserbereichen der Meerbruchswiesen kann man gerne seltene Vögel wie Löffelenten, Moorenten, Kampfläufer oder Kraniche erspähen.

Es gibt auch gut getarnte Vögel, wie Bekassinen, die hier im Schlamm nach Nahrung suchen und sich hervorragend ihrer Umgebung anpassen. Der Westturm des Steinhuder Meeres bietet seit einigen Jahren die Möglichkeit, See- und Fischadler zu beobachten. Ganz besonders der majestätische Seeadler kann hier das ganze Jahr über gesichtet werden.

In den Wiesen stapfen Watvögel umher, während der See von Enten belebt wird. Über ihnen kreisen majestätisch Fisch- und Seeadler. In den vielen kleinen Tümpeln finden Frösche, Kröten und Molche ihr Zuhause. Im Herbst treffen Scharen von Zugvögeln ein, die hier rasten oder den Winter verbringen.

Unser Ausgangspunkt für Vogelbeobachtung ist der Parkplatz in Winzlar in der Nähe des Meerbruchweges. Die Strecke kann auch bequem mit dem Fahrrad erkundet werden. Der Meerbrucherlebnisweg erstreckt sich über 600 Meter und führt entlang des Rundwegs vorbei an zwei Beobachtungshütten, die zu einem Beobachtungsturm am Seeufer führen.

In den Meerbruchswiesen findet man nicht nur eine Vielzahl von Wiesen- und Wasservögeln, die den Lebensraum schätzen, sondern auch im Winter machen zahlreiche arktische Gänse hier Rast. Zudem hat ein Seeadlerpaar seit ungefähr 15 Jahren dort sein Nest in einer hohen Pappel, und man kann es mit einem Seeadlerfernrohr gut beobachten. Dabei ist etwas Geduld und vielleicht auch ein Quentchen Glück erforderlich. Mit etwas Glück kann man sogar die seltenen Fisch- und Seeadler beobachten, die erfreulicherweise seit einigen Jahren wieder in der Gegend nisten und erfolgreich brüten, während sie auf Jagd gehen.

Von der Rotkehlchenhütte aus hat man eine herrliche Aussicht auf den älteren Teil des Vogelbiotops. Wenn man sich auf der Gänsewiese befindet, kann man den Seeadlerhorst und den Schwarzstorchtümpel deutlich erkennen. Enten, Gänse und Reiher fühlen sich in diesem Tümpel besonders wohl, und gelegentlich kann man sogar den majestätischen Seeadler dort beobachten. Wenn man eine Weile in den Beobachtungshütten verweilt, wird man oft mit faszinierenden Vogelbeobachtungen belohnt. Zusätzlich helfen Schautafeln dabei, die Tiere zu bestimmen.

Am Ende des Erlebnisweges befindet sich der Winzlarer Turm, der einen umfassenden Blick über den See mit der Insel Wilhelmstein und die Uferbereiche des Vogelbiotops ermöglicht. Von hier aus kann man nicht nur zahlreiche Wasservögel und Enten beobachten, sondern auch die wunderschöne Landschaft rund um den See genießen.

In der Winterzeit sind zeitweise mehr als 300 Silberreiher zu Gast am Steinhuder Meer, von denen sich die meisten in den feuchten Meerbruchswiesen aufhalten.

Weg Richtung Mardorf

Vom Heudamm und dem Beobachtungsstand Kranichplatz aus bietet sich ein hervorragender Überblick über das Vogelbiotop. Dieser flache, mit Schilf und Weiden bewachsene Bereich wurde 1982 durch Fluten der Wiesen geschaffen. Nach einer Erweiterung im Jahr 2014 umfasst er nun etwa 38 Hektar, wobei weite Teile nur im Sommer trocken fallen.

Am Nordrand des Meerbruchs ermöglicht der Mardorfer Turm Besuchern einen weiten Blick über die vielfältige Landschaft – bei klarem Wetter sogar bis hin zu den Rehburger Bergen im Süden. Hier kann man nicht nur eine Vielzahl von Wiesen- und Wasservögeln beobachten, sondern zwischen April und November auch häufig Wasserbüffel in der unmittelbaren Nähe sehen, wie sie weiden und baden.

Wo geht´s lang?

Ziel fürs Navi: Parkplatz Ortsmitte Winzlar, Nordstraße 3, 31547 Rehburg-Loccum

Vögel im Gebiet:

z.B. Bekassine, Blässgans, Saatgans, Graugans, Brandgans, Blaukelchen, Bruchwasserläufer , Waldwasserläufer Fischadler,Flußseeschwalbe, Gänsesäger, Großer Brachvogel, Haubentaucher, Kampfläufer, Karmingimpel, Wiesenpieper, Knäkente, Kormoran, Kornweihe, Kranich, Krickente, Löffelente, Neuntöter, Rohrschwirl, Rohrweihe, Dorngrasmücke, Rotmilan, Rotschenkel, Feldlerche, Bluthänfling, Schnatterente, Schwarzspecht,Schwarzmilan, Rohrammer, Teichrohrsänger, Sumpfrohrsänger,  Schilfrohrsänger, Buntspecht, Schwarzkehlchen, Feldschwirl, Gelbspötter, Seeadler, Silberreiher, Tafelente, Tundrasaatgans, Tüpfelsumpfhuhn, Ziegenmelker, Zwergsäger

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