Dienstag, November 29, 2022
Steckbrief, Zugzeiten, Verbreitung, Bilder

Eisvogel

Schillernder Artgenosse im blau-orangenen Federkleid

Der Eisvogel stellt einen lebenden Anhaltspunkt für gesunde Gewässer dar. In dicht bewohnten oder industrialisierten Gebieten hat er sich mittlerweile rar gemacht. Der Eisvogel zählt zu der Familie der Eisvögel und damit zur Ordnung der Rackenvögel. Insgesamt gibt es 90 Eisvogelarten wovon eine Vielzahl in den Tropen der Alten Welt brüten.

Erkennungsmerkmale / Aussehen

Der kräftig bunt aussehende Eisvogel gehört zu den schönsten Vögeln Europas. Er ist nur wenig größer als ein Spatz, ist kurzschwänzig und verfügt über einen kräftigen geraden Schnabel. Sein Gefieder schillert auf der Oberseite je nach Lichteinfall in einem kräftigen kobaltblau bis hin zu grünlich-türkisfarben. Unterseits hat sein Gefieder einen schönen Orangeton, der je nach Lichteinfall heller oder dunkler erscheint, die Beine sind rosarot. Seine Kehle und die Halsseitenflecke erscheinen in einem reinen Weiß. Nicht umsonst wird er auch als „Fliegender Edelstein“ bezeichnet. Wer ihn einmal gesehen hat, der weiß warum. Wenn er aber zu einem schnellen Sturzflug in Richtung Wasseroberfläche ansetzt, macht er durch einen durchdringenden und hohen Ton auf sich aufmerksam.

Ernährung

Der Eisvogel zählt zu den Vogelarten die auf das Wasser angewiesen sind. Seine Nahrung bezieht er ausschließlich aus Seen oder Bächen. Indem er sich kopfüber ins Wasser stürzt erbeutet er meist kleine Süßwasserfische. Daneben kommen für ihn auch kleine Frösche, Insekten und Kaulquappen in Frage. Hin und wieder jagt er aber auch nach kleinen Krebsen, Mollusken oder Molche.

Lebensraum

Die Brutplätze des Eisvogels findet man an stehenden oder langsam fließenden Gewässern mit einem großen Angebot an kleinen Fischen und den nötigen Sitzwarten.

Fortpflanzung und Entwicklung

Die Nisthöhle baut der Eisvogel bevorzugt an Steilufern von Gewässern. Das Weibchen legt Anfang März 6 bis 7 Eier und nach etwa 18 bis 21 Tagen schlüpfen die Jungvögel. Beide Elterntiere kümmern sich um die Nestlinge und nach weiteren 23 bis 27 Tagen verlassen sie das Nest. Bei dem Eisvogel sind in aller Regel zwei Jahresbruten möglich.

Verbreitung

Über ganz Europa ist die Unterart Alcedo atthis ispida verbreitet. Sie leben in der Tiefebene bis in die Mittelgebirgslagen hinein. Der Eisvogel hat ein großes Areal. Von Westeuropa nach Osten bis hin zu der russischen Insel Sachalin und nach Japan, in südlicher Richtung bis nach Indien, Taiwan und die pazifischen Inselgruppen Melanesien sowie bis zum 60. Breitengrad in Schweden.

Zugzeiten / Zugverhalten

In Deutschland ist der Eisvogel ein Standvogel in besonders harten Wintern mit vereisten Gewässern auch Kurzstreckenzieher . Zugrouten und Überwinterungsplätze sind jedoch nicht hinreichend erforscht.

Bestand

Auf rund 120.000 Brutpaare wird der europäische Gesamtbestand geschätzt. In Deutschland brüten davon etwa 4.500 bis 7.000 Brutpaare. Seit geraumer Zeit ist ein Rückgang der Eisvögel in weiten Teilen Europas festzustellen. In den Roten Listen der Länder Deutschland, Österreich, Luxemburg, Niederlande, Schweiz und Tschechiens ist der Eisvogel mittlerweile aufgenommen. In Deutschland steht er auf der Vorwarnliste.

Vogelbeobachtungstipps

In ganz Deutschland ist der Eisvogel verbreitet. Vor allem die seenreichen Landschaften sind am dichtesten von ihm besiedelt. Dazu zählen die Holsteinische Schweiz, Lüneburger Heide und Wendland sowie die Mecklenburger Seenplatte und die Uckermark im Nordosten. Zu den westlichen Mittelgebirgsregionen und angrenzenden Bereiche des Nordwestdeutschen Tieflands zählt das Münsterland, das Einzugsgebiet der Regnitz in Franken und der Mulde sowie die Lausitz in Sachsen. In den höheren Lagen einiger deutscher Mittelgebirge wie Schwäbische Alb, Schwarzwald, Erzgebirge und Fichtelgebirge bestehen Verbreitungslücken dieser Art.

Hier können Sie den Zugvogel beobachten

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