Dienstag, November 29, 2022
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Steckbrief, Zugzeiten, Verbreitung, Bilder

Mornellregenpfeifer

Der Mornellregenpfeifer  ( Charadrius morinellus ) kann während seines Durchzugs im Frühjahr und im Herbst entdeckt werden. In eher kleinen Gruppen kann er auf abgernteten Feldern oder kurz gehaltenen Wiesen bei der Nahrungssuche beobachtet werden.

Erkennungsmerkmale Aussehen des Mornellregenpfeifer

Der Mornellregenpfeifer, auch kurz Mornell genannt, kommt von seiner Größe her einer Amsel ziemlich nahe. Zwar ist er kleiner, aber wegen seiner gelben, langen Beine erscheint er dennoch wesentlich größer. Er gehört der Gruppe der mittelgroßen Regenpfeifer an, ist kleiner als der Kiebitz aber größer als der Flussregenpfeifer. Selbst während der Brutzeit, in seinem subarktischen Lebensraum, ist die Fluchtdistanz vor den Menschen sehr gering. Ein Mornell Paar verhält sich während der Brutzeit streng territorial. Außerhalb dieser Zeit leben die Mornellregenpfeifer in kleinen Gruppen gesellig beieinander. Die Gruppen sind meist nach Geschlechtern bzw. Altersklassen eingeteilt.

Brutzeit

Zu ihren Hauptbrutgebieten zählen die Tundren Eurasiens am und nördlich des Polarkreises und Skandinaviens. Gebrütet wird oberhalb der Baumgrenze im Bergland. In spärlich bewachsenen und steinigen Gebieten trifft man sie an. Geringe Restbestände dieser Art brüten in Südwest- und Südeuropa sowie im Alpenbereich. Wenn sie auf dem Durchzug rasten, kann man sie an der Küste, auf kurz gehaltenen Wiesen, Äckern und in der Heide beobachten. Das Mornell Männchen brütet 2-4 Eier aus. Das Weibchen wehrt während dieser Zeit mögliche Feinde ab. Normalerweise erfolgt eine Brut im Jahr. Kommt es dennoch zu einem Zweitgelege werden höchtens zwei Eier bebrütet. Die Brutdauer umfasst 24-28 Tage. Nach 26-30 Tagen sind die Jungvögel flügge.

Lebensweise

Der Mornellregenpfeifer bewohnt meist trockene, erhobene Bereiche der Flechtentundra am und nördlich des Polarkreises. Oberhalb der Birkenzone brütet er in den skandinavischen Fjälls. Sein Augenmerk legt er auf größtenteils flache, trockene und überschaubare Gebiete mit einer niedrigen und spärlichen Vegetation. In steinigen und teilweise vegetationslosen Bereichen halten sich die Mornells gerne auf. Die seltenen Habitatstrukturen in den Tundrengebieten Eurasiens erklärt teilweise die versprengte Verbreitung dieser Art. In Innerasien brüten sie in Höhen von über 3500 Metern und am Polarkreis Nahe des Meeresspiegels.

Ernährung

Größtenteils besteht die Nahrung des Mornellregenpfeifers aus Insekten. Von kleinen Mücken über Grillen bis hin zu Hummeln stehen sie alle auf seinem Speiseplan. Für hart gepanzerte Käferarten wie Rüsselkäfer und Laufkäfer scheint er eine Vorliebe zu haben.

Zugverhalten

In seinem gesamten riesigen Verbreitungsgebiet ist er ein Zugvogel, der im Gegensatz dazu aber nur über ein sehr kleines Überwinterungsgebiet im nördlichen Afrika sowie im Nahen Osten verfügt. Geht der Monat Juli zu Ende werden die Brutplätze geräumt. Die Weibchen ziehen breits etwa drei Wochen vor den Männchen und den Jungvögeln ab. Auf althergebrachten Zugrouten sind meist kleine Gruppen mit etwa 20-30 Tieren unterwegs. Zu den traditionellen Rast- und Mauserplätzen zählen z.B. der Cassonsgrat in den Bündner Alpen und der Chasseral im Berner Jura.

Tipps zur Vogelbeobachtung

In Deutschland gibt es nur wenige traditionelle Rastplätze für Mornellregenpfeifer. Das Schröcker Feld bei Marburg in Hessen ist einer davon. Die Rheinland-Pfälzischen Rastplätze liegen in Maifeld in der Eifel und in der Landschaft zwischen unterer Saar und Mosel. Im Hintertaunus existieren noch kleinere Vorkommen und in der Westpfalz und in Rheinhessen werden weitere Vorkommen vermutet. In Nordrhein-Westfalen kommt der Mornell in dem Vogelschutzgebiet Hellwegbörde sowie in der Kölner Bucht vor. Im Jahr 2018 wurde der Maximalbestand dieser Art beim Durchzug auf weniger als 100 Tiere geschätzt. Aus nur etwa 10 Tieren besteht die durchschnittliche Größe der rastenden Trupps. In Deutschland zählt er zu den Zugvögeln und im 19. Jahrhundert wurden hier zwei Brutnachweise aufgezeichnet. Mornellregenpfeifer hat ein sehr engenes Zugfenstern, im Zeitraum 15. August bis 15. September kann er in Deutschland beobachtet werden. Der Frühjahrszug findet fast nur im Mai statt. In der Roten Liste der bedrohten Brutvögel Deutschlands wird der Mornellregenpfeifer als ausgestorben geführt.

Hier können Sie den Zugvogel beobachten

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