Dienstag, Oktober 4, 2022
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Steckbrief, Zugzeiten, Verbreitung, Bilder

Trauerseeschwalbe

Erkennungsmerkmale / Aussehen

Die Trauerseeschwalbe (Chlidonias niger) hat eine Größe von 22 bis 26 cm und wiegt zwischen 60 bis 86 g. Die Flügelspannweite wird zwischen 56 bis 62 cm gemessen. Die Trauerseeschwalbe trägt ein Prachtkleid und ein Schlichtkleid. Die schwarze Färbung von Kopf und Brust trägt sie im Prachtkleid. Die langen Schwanzspieße sind dunkelgrau. Auch die Beine sind dunkel gefärbt. Die Unterseite des Schwanzes ist weiß. Im Schlichtktleid sieht sie folgendermaßen aus. Die Brust, der Kopf und die Unterseite sind erstrahlen in Weiß. Der Rücken ist trägt eine hellgraue Färbung. Des Weiteren ist ein dunkler Schulterfleck zu erkennen. Zudem trägt sie auch noch eine schwarze Kappe. Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich nicht. Trauerseeschwalben leben in Kolonien. Frisch geschlüpfte Jungtiere, tragen lange weiche Dunen. Diese weisen eine feine und seidige Spitze auf. Die Körperoberseite ist lehmgelb bis zimtbraun mit schwarzen Flecken. Die Brustmitte ziert ein gräuliches weiß. Der Bauch und die Flanken sind rötlich. Ihr Schnabel ist schwarz mit einer rosafarbenen Basis. Sobald die Jungvögel ausfliegen, ist ihr Schnabel komplett schwarz gefärbt. Sie kann bis zu 20 Jahre alt werden. Ihr Flugbild kann als elegant bezeichnet werden. Die Namensgebung erfolgte aufgrund der schiefergrauen Gefiederfärbung zur Brutzeit. Sie wird häufig mit der Sumpfseeschwalbe verwechselt.

Fortpflanzung und Entwicklung

Die Männchen fliegen im Frühjahr mit einem Fisch im Schnabel laut rufen über die Kolonie. Diesen überreichen sie dem Weibchen als Brautgeschenk. Bei Balzflügen zeigen sie rasante Flugmanöver. Die Jungtiere gehören zu den Platzhockern. Nach dem Schlupf werden sie von beiden Elternteilen versorgt. Ganze zwei Wochen bleiben sie im Nest hocken. Flügge werden sie mit 25 bis 28 Tagen. Auch dann werden sie noch von beiden adulten Tieren weiter gefüttert. In einem Alter von etwa sechs Wochen, verlassen sie die Brutkolonie gemeinsam mit ihren Eltern.

Brutzeit

Es wird nicht nur in Kolonien gelebt, sondern auch gebrütet wird in Kolonien. Das Nest wird auf Schwimmblättern auf dem Wasser erbaut. Diese wirken ein wenig unordentlich. Errichtet wird es zusammengetriebenen Schilfhalmen und umgeknickten Röhricht. Im Süden des Verbreitungsgebietes beginnt die Brutzeit Mitte Mai. In den nördlichen Verbreitungsgebieten erst Ende Mai. Es wird nur eine Brut großgezogen. Zwei bis drei Eier werden vom Weibchen in das Nest gelegt. Diese sind dunkel gefleckt. Die Flecken sind unregelmäßig und wirken wie Kleckse. Als Grundfärbung haben sie einen Ton aus hellbeige, rahmfarben bis hin zu hellbraun. Die Form der Eier ist oval bis kreiselförmig. Die Oberfläche ist glatt und schwach glänzend. Alle ein bis zwei Tage wird ein Ei gelegt. Nach der letzten Eiablage bebrüten Männchen und Weibchen abwechselnd das Gelege. Die Jungvögel schlüpfen nach 20 bis 22 Tagen.

Lebensweise und Verbreitung

Die Trauerseeschwalbe wird in Deutschland immer seltener. Ihr Status gilt als gefährdet. Man schätzt die Population hier auf 900 bis 1.100 Brautpaare. Man trifft sie nahe der Nord- und Ostseeküste an, als Brutvogel vor allem nordöstlich der Elbe. Bevorzugter Lebensraum sind Süßgewässer im Binnenland. Sie mag auch Sümpfe und Feuchtgebiete. Diese müssen eine Schwimmblatt- und Wasserpflanzenvegetation aufweisen. Hauptsächlich ist sie in Ost-, Süd- und Mitteleuropa zu finden. Weltweit gesehen ist sie nicht gefährdet in ihrem Bestand.

Ernährung

Die Nahrungssuche findet im Flug statt. Dabei fliegen sie dich über das Wasser. Im Rüttelflug wir die Beute von der Wasseroberfläche gepickt, manchmal sogar im Flug geschnappt. Auf dem Speiseplan der Trauerseeschwalbe stehen Libellen und andere Insekten. Ihre Leibspeise sind Großlibellen. Sie erbeutet auch kleine Fische und sogar Amphibien.

Zugverhalten

In Deutschland ist sie in der Zeit von Ende April bis September zu beobachten. Sie gehört zu den Langstreckenziehern. Das Quartier zur Überwinterung liegt in Afrika, genauer gesagt an den tropischen Küsten Westafrikas. Sie mag aber auch Süd- und Mittelamerika zur Überwinterung. Zu ihrem Winterquartier brechen sie im Herbst auf. In Deutschland sind sie auch als Durchzügler zu sehen.

Hier können Sie den Zugvogel beobachten

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