Dienstag, Oktober 4, 2022
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Steckbrief, Zugzeiten, Verbreitung, Bilder

Wiedehopf

Stinkender Punk-Vogel mit Vorlieben für Insekten

Der Wiedehopf Upupa epops ist ein sehr auffälliger und daher auch zugleich unverwechselbarer Vogel. Er besitzt einen langen Schnabel, orange farbene Scheitelfedern mit schwarzen Punkten am Ende, die er bei Erregung zu einem imposanten Häubchen aufstellen kann. Er bevorzugt warme Regionen und daher kommt er in Deutschland nur in bestimmten Regionen wie z.B. dem Kaiserstuhl in Baden-Württemberg vor. In Afrika verbringt der Zugvogel seinen Winter. Die Nachahmung des Klanges seines dreisilbigen „upupup“ Balzrufes hat ihm zu dem wissenschaftlichen Gattungsnamen Upupa verholfen. Zu seiner Verteidung kann er ein übelriechendes Sekret über die Bürzeldrüse absondern.

Erkennungsmerkmale / Aussehen

Der Wiedehopf ist in etwa drosselgroß, wirkt aber bedeutend größer. Er gehört zu Familie Wiedehopfe. Vom Schnabel bis zur Schwanzspitze gemessen, hat er eine Größe von circa 28 cm im Durchschnitt. Nur sehr wenige Menschen können ihn in freier Natur beobachten. Aber dennoch ist er unverkennbar und in Mitteleuropa bekannt. Typisch für den Wiedehopf sind die schwarz-weiß gebänderten Flügel mit deutlich zu sehenden gelben Einschlüssen. Er verfügt über einen langen gebogenen Schnabel und eine circa fünf bis sechs Zentimeter lange Federhaube, die er bei Bedarf aufstellen kann. Die Enden der Federhaube haben einen weiß-schwarzen Abschluss. Der Schwanz ist schwarz und im letzten Schwanzdrittel hat er eine breite weiße Binde, ebenfalls eine weiße Zeichnung auf der Schwanzwurzel. Der restliche Körper ist in der Farbkombination Rost/Braun/Rot gehalten.

Fortpflanzung und Entwicklung

Auch der Wiedehopf führt eine monogame Brutsaisonehe. Seine Balz ist gekennzeichnet durch laute Rufreihen, die auch Wülen oder Ülen genannt werden. Diese werden mit gesträubtem Kehlgefieder und aufgestellter Federhaube aus einer sicheren Deckung heraus vorgetragen. Wenn ein Weibchen auf sein Rufen reagiert, versucht er es mit Futterübergaben zu beeindrucken. Im Anschluß daran folgen oftmals lange Verfolgungsflüge.

Brutzeit des Wiedehopf

Der Wiedehopf bevorzugt zum Nestbau Ganz- oder Halbhöhlen, Felshöhlen, Astlöcher, Erdlöcher oder Bereiche unter Dächern. Mit dem legen von etwa fünf bis acht Eiern beginnt Anfang Mai die Brutsaison. Das Weibchen bebrütet die Eier und nach etwa 15 Tagen schlüpfen die Jungen. Weitere acht Tage werden die Nestlinge gehudert und nach etwa 30 Tagen verlassen sie das Nest. Dann werden sie noch einige Tage von den Altvögeln mit Futter versorgt. Bis Anfang Juli können eventuelle Zweitbruten erfolgen.

Lebensweise

Zu den Lebensräumen des Wiedehopf gehören immer trockene, wärmeexponierte Gebiete mit lichtem Baumbestand und kurzer, eher spärlicher Vegetation. Im Mitteleuropa kann man sie in extensiv genutzten Obst- und Weingebieten, in Bereichen mit Weidetierhaltung und auf oftmals brachliegenden Rohbodenflächen die bebuscht beobachten. Manchmal dienen auch lichte Wälder, vorzugsweise Kiefernwälder und weitläufige Lichtungsinseln innerhalb geschlossener Baumbestände als Brutgebiet.

Ernährung

Auf seinem Speiseplan stehen fast ausschließlich Insekten. Größere Insektenarten wie Maulwurfsgrille, Feldgrillen, verschiede Raupenarten, Käfer und Engerlinge werden bevorzugt. Eher selten werden dagegen Regenwürmer, Tausendfüßler, Asseln oder Spinnen von ihm gefressen. Hin und wieder erbeutet der kleine Eidechsen und Frösche. Selten plündert er Vogelgelege und die eventuell darin befindlichen Nestlinge.

Tipps zur Vogelbeobachtung

Der Wiedehopf ist in Deutschland Zugvogel und mit nur 380 bis 460 Revieren, gering und lückenhaft verbreitet. Er steht auf der Rote Liste . Bestände mit mehr als 20 Revieren finden sich derzeit in Brandenburg (160-200), Rheinland-Pfalz (80-100), Baden-Württemberg (etwa 55), Sachsen (41-50) und in Sachsen-Anhalt (20-30). In Hessen und Mecklenburg-Vorpommern gibt es Restvorkommen mit 9 bis 15 Brutpaaren. Im  Saarland, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Bermen und Berlin gilt der Wiedehopf als ausgestorben.

Die Vogelbeobachtung des Wiedehopf kann im Deutschland nur in der Zeit von Mitte März bis etwa Mitte August erfolgen. Er verbingt die kalten Wintermonate im warmen Afrika in einer Savanne die südlich der Sahara gelegen ist. Der Wiedehopf zählt zu den Langstreckenziehern der Zugvögel.Während seiner langen Reise dorthin, die ihn durch Südeuropa und Nordafrika führt, läuft er große Gefahr, in die oftmals kilometerlang gespannten Netze von Vogelfängern zu fliegen.

Am Südlichen Oberrhein ist es durch gezielte Schutzmaßnahmen zu einer durchaus positiven Entwicklung gekommen. Zu den Hauptvorkommen in Rheinland-Pfalz zählen Sand- und Dünengebiete von Mainz bis Ingelheim, Haardtrand sowie Viehstrich und Bienwald.

Hier können Sie den Zugvogel beobachten

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